Die Pinnacles wollte ich unbedingt sehen. Aber wenn man schon rund 200 Kilometer nördlich von Perth fährt, stellt sich ziemlich schnell die Frage: Fährt man wirklich nur wegen der Pinnacles los – oder kombiniert man den Tag direkt mit ein paar anderen Highlights?
Ich habe mich für Variante zwei entschieden. Und zwar ziemlich konsequent. Mein Tag begann um 6:45 Uhr und führte mich erst in den Caversham Wildlife Park, dann in die Dünen von Lancelin, anschließend zum Lobster-Lunch nach Cervantes und schließlich zu den Pinnacles im Nambung National Park. Insgesamt lagen ungefähr 500 Kilometer vor mir.
Und ganz nebenbei erfüllte sich an diesem Tag noch ein ziemlich großer Wunsch von mir: einmal einem Koala ganz nah sein.
War der Tag lang? Definitiv. War er voll? Sehr. Hat er sich gelohnt? Für mich absolut.
Ja – vor allem, wenn du den Tag mit Wildlife Park, Lancelin und Cervantes kombinierst. Die Tour war für mich deutlich mehr als nur ein Besuch der Pinnacles.
Der Nachteil: An allen Stopps ist die Zeit begrenzt. Mein Fazit nach dem Tag: Wenn du möglichst viel erleben möchtest, ist so eine geführte Tour ideal. Wenn du einzelne Orte wirklich intensiv erkunden willst, würde ich lieber selbst fahren.
Die Pinnacles liegen im Nambung National Park nördlich von Perth. Mitten in einer sandigen, fast wüstenartigen Landschaft ragen dort unzählige Kalksteinsäulen aus dem Boden. Manche sind nur kniehoch, andere mehrere Meter groß. Und gerade wenn man zwischen ihnen steht, wirkt die Landschaft ziemlich unwirklich.
Was ich vor meinem Besuch allerdings unterschätzt hatte: Die Pinnacles sind zwar das Ziel der Tour – aber der Weg dorthin bietet mindestens genauso viele Erlebnisse.
Wenn du nur zu den Pinnacles fahren möchtest: nicht unbedingt – die Pinnacles selbst kannst du deutlich kürzer besuchen. Bei einer geführten Tour ab Perth entsteht der lange Tag vor allem dadurch, dass mehrere Stopps miteinander kombiniert werden. Und genau das war für mich der Reiz: Ich hatte am Ende nicht das Gefühl, zehn Stunden für eine einzige Sehenswürdigkeit unterwegs gewesen zu sein.
Das ist viel für einen Tag. Und genau deshalb würde ich vorher überlegen: Möchte ich viele verschiedene Erlebnisse – oder möchte ich an einzelnen Orten viel Zeit haben?
Mein letzter Tag in Perth begann wieder einmal sehr früh. Um 6:45 Uhr stand mein Guide Lee mit dem Bus bereit. Und obwohl die Pinnacles offiziell das große Ziel des Tages waren, hatte ich ehrlich gesagt noch ein anderes persönliches Highlight im Kopf: Ich wollte unbedingt einen Koala aus der Nähe sehen. Nicht nur irgendwo oben im Baum. Sondern wirklich nah. Der erste Stopp im Caversham Wildlife Park kam mir deshalb ziemlich gelegen.
Für einen Wildlife Park ist das nicht besonders viel – eigentlich viel zu wenig. Mein Vorteil war allerdings: Ich war bereits vor der regulären Öffnung dort, dadurch war es noch angenehm ruhig. Als ich später den Park verließ, kamen die Besucher bereits in deutlich größeren Gruppen hinein. Gerade rückblickend war dieser frühe Besuch für mich ein großer Pluspunkt der Tour.

Mein erster Programmpunkt führte mich zu den Kängurus. Ich konnte das Gehege betreten, die Tiere füttern und sehr nah beobachten. Für meinen Sohn war das natürlich sofort ein Highlight. Und dann entdeckten wir eine Kängurumama mit Joey im Beutel – diese Momente, bei denen man kurz vergisst, dass eigentlich noch drei weitere Programmpunkte auf dem Tagesplan stehen.


Danach ging es weiter zu einem Wombat. Ein Ranger brachte das Tier für die Gruppe heraus und ich konnte es aus nächster Nähe sehen. Besonders angenehm fand ich, dass die Ranger auch mit meinem eigenen Handy Fotos machten – kein zusätzliches Fotopaket, kein „Das Bild gibt es später gegen Aufpreis". Einfach Handy abgeben und Foto machen lassen.

Zu Beginn hatte ich noch nachgefragt, ob man ein separates Koala-Foto buchen könne. Die Antwort klang erst einmal nach: leider nein, der Zeitplan sei zu knapp. Ich war entsprechend etwas enttäuscht. Und dann stellte sich heraus, dass mich die Ranger damit offenbar ein bisschen auf den Arm genommen hatten – denn Koalas gehörten ohnehin zum Programm. Und ja: Das war mein Moment.


Nach diesem kurzen Fotoshooting konnte ich noch weitere Koalas in ihren Gehegen beobachten.
Für die wichtigsten Tierbegegnungen innerhalb meiner Tour: ja. Für den gesamten Park: nein. Wenn Wildlife dein Hauptinteresse ist, würde ich Caversham separat besuchen und deutlich mehr Zeit einplanen. Für mich war die Stunde perfekt als Teil eines abwechslungsreichen Tages – aber ich hätte problemlos länger bleiben können.
Nach Tieren kam Sand. Sehr viel Sand. Mein nächster Stopp führte mich in die Dünen von Lancelin. Und noch bevor ich selbst auf einem Sandboard stand, begann der eigentliche Spaß: Ich stieg in ein 4x4-Fahrzeug und fuhr durch die Dünen. „Fahren" klingt dabei etwas harmlos – teilweise fühlten sich die Abfahrten eher wie eine Mischung aus Achterbahn und Geländetest an. Selbst mein normalerweise ziemlich entspannter Sohn meinte irgendwann sinngemäß: Jetzt reicht es. Das will etwas heißen.

Irgendwann hielten wir an einer größeren Düne. Boards raus. Und los. Runterzufahren macht ziemlich viel Spaß, der weniger glamouröse Teil beginnt danach – denn das Board fährt selbstverständlich nicht allein wieder nach oben.


Trotzdem: Lancelin war für mich eines der überraschendsten Highlights des Tages. Ich hatte die Pinnacles im Kopf, nicht unbedingt Sandboarding. Und genau diese unerwarteten Stopps machen solche Touren oft spannend.
Nach Lancelin kam der deutlich ruhigere Teil. In Cervantes besuchte ich eine Lobsterfabrik beziehungsweise einen Betrieb rund um die Verarbeitung der Tiere. Danach gab es Mittagessen – und zwar Lobster. Nach Wildlife Park und Sanddünen fühlte sich das fast ein bisschen absurd an: Morgens Koalas, mittags Sandboarding, jetzt Lobster mit Blick Richtung Meer. Genau diese Mischung war das Spannende an der Tour.


Muss man die Lobsterfabrik gesehen haben? Für mich war sie kein Hauptgrund für die Buchung, ich würde dafür nicht extra nach Cervantes fahren. Als Zwischenstopp passte sie aber gut in den Tagesablauf, und das Mittagessen war definitiv angenehmer als irgendein schneller Snack zwischen zwei Programmpunkten.
Nach mehreren Stunden unterwegs kam ich schließlich am eigentlichen Ziel des Tages an: Pinnacles Desert im Nambung National Park. Und obwohl ich inzwischen schon einiges erlebt hatte, fühlten sich die Pinnacles noch einmal komplett anders an. Die Landschaft wirkt fast surreal: gelber Sand, dazwischen überall diese unterschiedlich großen Kalksteinsäulen. Manche dünn und spitz, andere deutlich breiter. Teilweise stehen sie einzeln, teilweise in ganzen Gruppen.


Bei meinem Besuch waren es ungefähr 35 °C. Und die Pinnacles Desert ist nicht unbedingt der Ort, an dem man sich spontan in den Schatten stellt – den gibt es nämlich kaum. Ich hatte ungefähr eine Stunde und 15 Minuten Zeit. Unter angenehmeren Temperaturen hätte ich diese Zeit vermutlich komplett genutzt. Bei 35 Grad wurde irgendwann allerdings jede zusätzliche Felssäule ein bisschen weniger dringend.
Wie viel Zeit braucht man bei den Pinnacles? Für einen ersten Eindruck fand ich gut eine Stunde ausreichend. Ich konnte durch einen Teil der Landschaft laufen, Fotos machen und verschiedene Formationen ansehen. Wenn du fotografierst, sehr gern wanderst oder einfach ohne Zeitdruck dort sein möchtest, würde ich mehr Zeit einplanen.
Auf der Fahrt in Richtung Nationalpark kamen wir durch Gebiete, die von schweren Buschbränden gezeichnet waren – verbrannte Vegetation, dunkle Flächen und ganze Landschaftsabschnitte sahen völlig anders aus als der Rest des Tages. Mein Guide erzählte während der Fahrt mehr über die Auswirkungen der Brände. Ich beschreibe das hier bewusst so, wie ich es gesehen habe: eine Landschaft, in der die Folgen früherer Buschbrände deutlich sichtbar waren – ein ziemlich ernüchternder Kontrast zu den touristischen Highlights des Tages.
Nach meinem Besuch sehe ich beide Varianten ziemlich klar.
| Geführte Tour | Mietwagen | |
|---|---|---|
| Würde ich wählen, wenn ... | nur 1 Tag Zeit, möglichst viel erleben, Strecke nicht selbst fahren möchtest | Pinnacles dein Hauptziel sind, Sonnenauf-/-untergang, mehr Fotozeit |
| Größter Vorteil | ca. 500 km nicht selbst fahren | selbst entscheiden, wie lange du bleibst |
| Größter Nachteil | wenig Zeit an einzelnen Stopps | mehr Organisation, weniger kombinierte Stopps |
| Mein Urteil | ★★★★★ | ★★★★★ |
| nur 1 Tag Zeit hast und möglichst viel erleben möchtest | geführte Tour |
| Caversham, Lancelin oder Pinnacles intensiver erleben willst | Mietwagen, weniger Stopps |
| Sonnenauf- oder -untergang bei den Pinnacles erleben willst | Mietwagen |
| die lange Strecke nicht selbst fahren möchtest | geführte Tour |
| mit Kindern flexibel bleiben möchtest | eher Mietwagen |
Für uns hat sie sehr gut funktioniert – eigentlich sogar besser, als ein reiner Pinnacles-Ausflug vermutlich funktioniert hätte. Denn der Tag war extrem abwechslungsreich: Kängurus → Koalas → Wombat → 4x4 → Sandboarding → Mittagessen → Pinnacles. Dadurch gab es ständig etwas Neues.
Der Nachteil ist natürlich die Dauer. Ein Tag mit rund 500 Kilometern und vielen Programmpunkten kann für jüngere Kinder lang werden. Bei uns funktionierte es gut, ich würde trotzdem vorher überlegen, wie dein Kind längere Busfahrten verträgt.
Wichtig: Je nach aktueller Tour können Leistungen wie Eintritt, Mittagessen oder einzelne Aktivitäten unterschiedlich enthalten sein. Deshalb würde ich vor der Buchung immer genau prüfen, welche Stopps und Leistungen tatsächlich im Preis enthalten sind. Die 140 € sind meine damaligen Kosten und keine aktuelle Preisangabe.
Bei meiner Tour war fast der gesamte Weg zu den Pinnacles bereits Erlebnis.
Eine Stunde reicht für einige Tierbegegnungen, nicht für den ganzen Park.
Die 4x4-Fahrt und das Sandboarding haben mehr Spaß gemacht als erwartet.
Start 6:45 Uhr, rund 500 Kilometer, mehrere Stopps.
Bei mir waren es ca. 35 °C, Schatten ist bei den Pinnacles kaum vorhanden.
Wer einzelne Orte intensiver erleben will, sollte nicht noch mehr Stopps einplanen.
Für mich ganz klar ja. Aber nicht ausschließlich wegen der Pinnacles. Mein persönliches Highlight war ehrlich gesagt die Koala-Begegnung. Mein Sohn hatte mindestens genauso viel Spaß bei den Kängurus und in den Dünen. Lancelin überraschte mich, das Lobster-Mittagessen passte perfekt als Pause. Und mit den Pinnacles kam am Nachmittag noch einmal eine Landschaft dazu, die komplett anders aussah als alles zuvor.
Das ist für mich der große Vorteil dieser Tour: Sie zeigt an einem einzigen Tag mehrere völlig unterschiedliche Seiten von Westaustralien. Der Preis dafür ist ein straffer Zeitplan.
Meine Empfehlung: Wenn du jeden Ort ausführlich erkunden möchtest, ist die Tour vermutlich nicht ideal. Wenn du dagegen nur wenige Tage in Perth hast und möglichst viel erleben willst: Dann würde ich sie wieder machen.
Ich bin an einem einzigen Tag von Perth zu den Pinnacles gefahren – mit Caversham Wildlife Park, Lancelin-Sandboarding und Lobster-Lunch in Cervantes auf dem Weg. Rund 500 Kilometer, 10 bis 11 Stunden, und mein Koala-Wunsch erfüllte sich ganz nebenbei.
Die Pinnacles liegen nördlich von Perth. Bei einer geführten Kombinationstour kommen durch zusätzliche Stopps schnell mehrere hundert Kilometer Tagesstrecke zusammen. Meine Tour lag insgesamt bei rund 500 Kilometern.
Meine Tour dauerte ungefähr 10 bis 11 Stunden. Kombinationstouren mit Wildlife Park, Lancelin und Cervantes sind entsprechend lange Ganztagesausflüge.
Für einen ersten Eindruck fand ich etwa eine Stunde ausreichend. Wenn du viel fotografieren oder die Landschaft ohne Zeitdruck erkunden möchtest, würde ich mehr Zeit einplanen.
Für mich ja. Besonders angenehm war, dass ich die lange Strecke nicht selbst fahren musste und mehrere Stopps miteinander kombinieren konnte.
Ja. Die Pinnacles selbst sind unkompliziert zu besuchen. Bei einer Ganztagestour sollte man allerdings die langen Fahrzeiten berücksichtigen.
Für mich eindeutig. Die 4x4-Fahrt und das Sandboarding gehörten zu den überraschenden Highlights des Tages.
Für einige ausgewählte Tierbegegnungen ja. Für einen ausführlichen Besuch würde ich deutlich mehr Zeit einplanen.
Das hängt von Jahreszeit und Wetter ab. Bei meinem Besuch waren es rund 35 °C. Da es in der Pinnacles Desert nur wenig Schatten gibt, waren Sonnenschutz und ausreichend Wasser besonders wichtig.




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