Perth, Kalbarri, Monkey Mia, Karijini, Coral Bay – auf der Karte sah meine Wunschroute durch Westaustralien zunächst gar nicht so kompliziert aus. Bis ich angefangen habe, die Entfernungen dazwischen zu berechnen.
Eine meiner längsten geplanten Etappen führte von Monkey Mia Richtung Karijini: knapp 1.000 Kilometer. Das entspricht ungefähr der Strecke von Oberstdorf bis Flensburg – einmal fast komplett durch Deutschland.
Mal ehrlich: Wer würde morgens in Oberstdorf losfahren und sagen „Heute fahre ich mal eben nach Flensburg"? Bei einem Roadtrip durch Australien wirken solche Entfernungen plötzlich erstaunlich normal.
Genau deshalb habe ich meine Westaustralien-Route nicht einfach von Süden nach Norden geplant. Ich wollte die langen Fahrtage sinnvoll verteilen, kleinere Sehenswürdigkeiten unterwegs mitnehmen und trotzdem genügend Zeit für meine eigentlichen Wunschziele haben. Am Ende wurden daraus 17 Tage und 4.458 Kilometer – und meine tatsächlich gefahrene Route sah etwas anders aus als die, die ich ursprünglich geplant hatte.
Bei einem Westaustralien-Roadtrip mit Kalbarri, Monkey Mia, Karijini und Coral Bay lohnt es sich, die Route nicht rein geografisch zu planen, sondern nach sinnvoller Reihenfolge und langen Fahrstrecken zu optimieren – ähnlich wie bei einer Kreuzfahrtroute. Bei mir wurden daraus 17 Tage und 4.458 Kilometer, mit bewusst eingeplanten Pufferzeiten und flexiblen Zwischenübernachtungen für die längsten Etappen.
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Mehr InformationenMeine großen Wunschziele standen relativ früh fest: Kalbarri, Monkey Mia, Karijini, Coral Bay. Daraus habe ich eine große Schleife gebaut – wobei selbst diese Aufzählung nicht ganz stimmt: Yanchep und mein erster Aufenthalt in Kalbarri waren ursprünglich gar nicht so vorgesehen. Dazu weiter unten mehr.

Statt einfach die Westküste immer weiter nach Norden zu fahren, habe ich zuerst meine Wunschziele festgelegt und anschließend überlegt, in welcher Reihenfolge sie sich sinnvoll miteinander verbinden lassen.
Bei der Planung habe ich irgendwann eine Methode verwendet, die ich eigentlich von Kreuzfahrten kenne. Eine Reederei fährt bei einer Norwegen-Kreuzfahrt die Häfen nicht unbedingt geografisch perfekt von Süden nach Norden ab – die Route wird so zusammengestellt, dass Entfernungen, Liegezeiten und der gesamte Ablauf funktionieren. Warum sollte ich das bei einem Roadtrip anders machen?
Für mich bedeutete das: von Perth Richtung Norden über Kalbarri nach Monkey Mia, anschließend ins Landesinnere nach Karijini, von dort wieder an die Küste nach Coral Bay und danach Richtung Süden zurück nach Perth. Dadurch vermeidet man die langen Strecken natürlich nicht – aber man kann sie sinnvoller verteilen.
Eine der wichtigsten Entscheidungen bei meiner Routenplanung war, nicht jedem interessanten Ort automatisch einen ganzen Reisetag zu geben. Ich habe stattdessen zwischen großen Aufenthaltsorten und Stopps unterschieden, die ich auf einem Fahrtag mitnehmen konnte.

Hatte ich vor der Reise unterschätzt. Der Nationalpark allein braucht Zeit, dazu kommt die Küste rund um den Ort – ich war sogar zweimal dort, und rückblickend war das perfekt.

Nicht nur ein kurzer Stopp auf der Durchreise – für mich wurde die Region sogar zu einem der Highlights des gesamten Roadtrips.

Eines meiner absoluten Wunschziele und der große Schlenker ins Landesinnere. Allein aufgrund der Entfernung würde ich hier nicht zu knapp planen.

Mein längerer Stopp am Ningaloo Reef und gleichzeitig einer der Orte, bei denen die Campingplatzplanung für mich besonders schwierig war.

Lässt sich gut auf dem Weg Richtung Norden einbauen. Ich habe dort den Nationalpark besucht und im Visitor Centre meinen Holiday Pass gekauft – bei mir kam Yanchep allerdings eher zufällig in die Route.

Ein klassischer Durchfahrtsstopp: mit dem Camper durch den Nationalpark, ein Stück zwischen den Pinnacles gelaufen, Mittagspause im Lobster Shack in Cervantes. Dafür braucht es aus meiner Sicht keinen zusätzlichen Urlaubstag.

Liegt perfekt auf der Strecke Richtung Monkey Mia und lässt sich entsprechend gut unterwegs besuchen.

Der Aussichtspunkt liegt günstig auf der Route von Monkey Mia Richtung Süden bzw. weiter Richtung Inland – gut in einen Fahrtag integrierbar.

Vor allem ein sinnvoller Stopp, um die lange Rückfahrt von Kalbarri nach Perth aufzuteilen – Nachmittag für Dünen und Strand, am nächsten Morgen nur noch knapp zwei Stunden bis Perth.
Diese Einteilung ist natürlich subjektiv – wer unbedingt einen ganzen Tag in den Lancelin-Dünen verbringen möchte, plant anders. Aber gerade bei begrenzter Reisedauer hilft mir diese Unterscheidung enorm.
Kilometer sind in Westaustralien das eine. Wie sich diese Kilometer tatsächlich fahren, ist etwas anderes. Am Anfang fand ich die kilometerlangen geraden Straßen noch faszinierend – irgendwann habe ich mich tatsächlich über jede Kurve gefreut. Das Fahren wird auf Dauer monoton, und zu einer bei Google Maps angezeigten Fahrtzeit kommen Pausen, Tanken, Zwischenstopps und manchmal auch die Straßenverhältnisse hinzu.

Das habe ich besonders auf dem Weg nach Karijini gemerkt: Laut Navigation sollte ich gegen Mittag am Campingplatz ankommen, tatsächlich war es 16:15 Uhr. Eine vermeintliche Abkürzung und mein normaler Camper waren keine besonders gute Kombination. Seitdem würde ich bei langen Etappen grundsätzlich Puffer einplanen.
Ein Punkt hat meine langen Fahrtage wesentlich entspannter gemacht: Ich musste nicht jeden Abend an einem geplanten Reiseziel ankommen. Auf vielen langen Strecken Richtung Norden gibt es große Rastplätze, auf denen Overnight-Stops möglich sind – einige liegen etwas von der Straße zurück und verfügen sogar über Toiletten oder Möglichkeiten zum Dumpen. Ich habe deshalb lange Etappen teilweise bewusst aufgeteilt: statt „Heute muss ich unbedingt bis Karijini kommen" war meine Planung eher „Ich fahre so lange, wie es gut funktioniert, und suche mir rechtzeitig vor der Dunkelheit eine geeignete Übernachtungsmöglichkeit." Gerade die fast 1.000 Kilometer zwischen Monkey Mia und Karijini wurden dadurch für mich wesentlich entspannter.
Spätestens ab Monkey Mia habe ich mir angewöhnt, Tankmöglichkeiten lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zu nutzen. Mein Tipp: Im dünn besiedelten Norden nicht darauf vertrauen, dass hinter dem nächsten Ort schon wieder eine Tankstelle kommt – vor längeren Etappen habe ich mir angeschaut, wo ich tanken kann, und entsprechend früh aufgefüllt. Wie viel ich für Diesel, Campingplätze, Camper und den gesamten Roadtrip bezahlt habe, zeige ich separat in meinem Kostenartikel zur Westaustralien-Reise.
Meine ursprünglich geplante Route sah anders aus. Eigentlich wollte ich nach der Camperübernahme zunächst für zwei Nächte nach Busselton fahren – der Campingplatz war bereits gebucht und bezahlt. Ich kannte Busselton und Margaret River schon von einer früheren Reise und wollte unbedingt noch einmal zurück. Dann kam die Wettervorhersage: Regen, Sturm und heftige Wellen.
Ich habe lange überlegt und schließlich entschieden: Ich fahre nicht nach Busselton. Dass ich das Geld für den Campingplatz nicht zurückbekommen würde, habe ich dabei bewusst in Kauf genommen. Das tat weh – und zwar nicht nur finanziell.
Rückblickend hat mir das schlechte Wetter aber wahrscheinlich einen Gefallen getan: Denn anschließend hätte ich von Busselton wieder weit nach Norden Richtung Cervantes fahren müssen. Durch die spontane Planänderung hatte ich plötzlich zusätzliche Zeit – Yanchep kam dazu, und ich konnte bereits auf dem Hinweg einen zusätzlichen Aufenthalt in Kalbarri einlegen. Gerade diese zusätzliche Zeit in Kalbarri hätte ich später wirklich vermisst.
Eine gute Planung ist mir wichtig. Aber wenn Wetter, Erschöpfung oder andere Umstände dagegen sprechen, würde ich nicht an einer Route festhalten, nur weil ich sie Monate vorher so geplant habe – selbst dann nicht, wenn bereits Geld bezahlt wurde.
Kalbarri ist ein schönes Beispiel dafür, warum man bei einer Rundreise einen Ort nicht automatisch nach dem ersten Besuch abhaken muss. Auf dem Hinweg hatte ich durch die Planänderung plötzlich zusätzliche Zeit – die habe ich für den Kalbarri National Park mit Nature's Window und Skywalk genutzt. Auf dem Rückweg kam ich noch einmal nach Kalbarri und hatte dadurch Zeit für die Küste, unter anderem Red Bluff und Blue Holes. Dadurch musste ich nicht versuchen, alles in einen Aufenthalt zu quetschen – und gleichzeitig teilte Kalbarri meine lange Rückfahrt Richtung Perth sinnvoll auf.

Flexibilität war für meine Route wichtig. Trotzdem würde ich nicht komplett ohne Reservierungen losfahren. Gerade in Coral Bay und rund um das Ningaloo Reef würde ich früh buchen – und mit früh meine ich wirklich früh. Ich habe bereits im Dezember 2025 nach einem Campingplatz für meine Reise Ende Juni/Anfang Juli 2026 gesucht, also ungefähr acht Monate vorher. Im Bereich Coral Bay bis Exmouth war trotzdem praktisch nichts mehr verfügbar, zumal ich während der australischen Winterferien unterwegs war.
Der einzige Platz, den ich noch gefunden hatte, lag außerhalb von Coral Bay. Bei der Buchung war nicht ersichtlich, dass ich für die Zufahrt einen 4WD benötigen würde – vor Ort folgten rund acht Kilometer üble Schotter- und Sandpiste, dann ein Schild: „Ab hier nur noch 4WD." Also wenden und zurück. In Coral Bay hatte ich großes Glück: Beim Bayview konnte ich noch einen Overflow-Stellplatz für eine Nacht bekommen, anschließend musste ich jeden Tag erneut hoffen, verlängern zu können.

Ein schönes Beispiel dafür war für mich Cliff Head: Den Platz habe ich spontan gefunden, first come first served, am nächsten Morgen kam der Ranger vorbei – und ich stand direkt am Meer. Genau solche Erlebnisse möchte ich auf einem Roadtrip nicht komplett wegplanen.
Mein Prinzip: Engpässe fest buchen, dazwischen Luft lassen.
Für meine Hauptroute brauchte ich keinen – ich bin die gesamten 4.458 Kilometer mit einem normalen Camper gefahren. Aber ein 4WD eröffnet deutlich mehr Möglichkeiten, und das betrifft nicht nur abgelegene Strände oder Ausflugsziele, sondern teilweise auch Campingplätze und deren Zufahrten, wie ich rund um Coral Bay gemerkt habe. Ein Westaustralien-Roadtrip ist auch ohne 4WD möglich, aber Route und Möglichkeiten vor Ort können dadurch eingeschränkt sein – wer ohne 4WD reist, sollte bei Campingplätzen und Ausflugszielen genauer auf die Zufahrt achten.
Weiterlesen: Westaustralien ohne 4WD – meine Erfahrungen
Nach allen Planänderungen sah meine Reise schließlich so aus:
Gesamt: 17 Tage · 4.458 Kilometer. Ambitioniert? Ja. Aber für mich machbar – vor allem, weil ich nicht jeden Fahrtag bis ins letzte Detail festgelegt und die wirklich langen Strecken teilweise mit Zwischenübernachtungen geteilt habe.
Ich hatte mich vor der Reise mit Abstand am meisten auf Karijini gefreut – und Karijini war großartig, ich möchte den Nationalpark auf keinen Fall missen und würde ihn wieder in meine Route aufnehmen. Meine persönlichen Überraschungen waren trotzdem andere: Monkey Mia hat mich schon vom ersten Abend an begeistert, und vor allem Kalbarri hatte ich im Vorfeld komplett unterschätzt. Dass es am Ende eines meiner absoluten Highlights werden würde, hatte ich nicht erwartet – und ohne die spontane Planänderung nach dem schlechten Wetter im Süden hätte ich diese zusätzliche Zeit in Kalbarri gar nicht gehabt. Manchmal macht die Realität einen Reiseplan eben nicht schlechter, sondern besser.
Wenn ich heute noch einmal anfangen würde, würde ich nicht zuerst überlegen, was ich an Tag 1, Tag 2 und Tag 3 mache. Ich würde wieder von den großen Fragen ausgehen – und erst daraus den konkreten Tagesplan bauen:
Eine gute Routenplanung sorgt aus meiner Sicht nicht dafür, dass unterwegs alles exakt nach Plan läuft. Sie sorgt dafür, dass ich auch dann noch weiß, welche Möglichkeiten ich habe, wenn es das nicht tut.
Meine Westaustralien-Route war gut geplant. Und trotzdem verlief sie nicht nach Plan: Busselton fiel aus, die erste Nacht endete ungeplant auf einem Parkplatz vor Yanchep, Kalbarri bekam plötzlich zusätzliche Zeit, lange Fahrtage wurden spontan geteilt, und ein gebuchter Campingplatz bei Coral Bay war mit meinem Camper nicht erreichbar.
Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hat meine Route für mich funktioniert. Ich würde beim nächsten Mal wieder genau planen. Aber ich würde genauso wieder genug Platz dafür lassen, diese Planung unterwegs zu verändern. Denn nach 4.458 Kilometern durch Westaustralien weiß ich zumindest eines: Die Entfernungen sollte man ernst nehmen. Den eigenen Reiseplan nicht immer.

Ich würde zuerst die großen Wunschziele festlegen und erst danach überlegen, in welcher Reihenfolge sie sich sinnvoll verbinden lassen – ähnlich wie bei einer Kreuzfahrtroute, die auch nicht rein geografisch geplant wird. Aus den Wunschzielen ergibt sich dann, welche Orte mehrere Nächte brauchen und welche sich unterwegs in einen Fahrtag integrieren lassen.
Für stark nachgefragte Regionen wie Coral Bay/Ningaloo und für Karijini würde ich mehrere Monate im Voraus buchen – ich habe selbst schon acht Monate vorher gesucht und trotzdem kaum noch etwas gefunden. Während australischer Ferienzeiten gilt das umso mehr. Für Zwischenübernachtungen auf langen Fahrtagen lohnt es sich dagegen, flexibel zu bleiben.
Auf meinen Strecken Richtung Norden lagen teilweise etwa 250 bis 300 Kilometer zwischen Tankmöglichkeiten. Deshalb habe ich ab Monkey Mia lieber frühzeitig getankt, statt darauf zu vertrauen, dass hinter dem nächsten Ort schon wieder eine Tankstelle kommt.
Ich habe versucht, das zu vermeiden. In der Dämmerung sind Kängurus besonders aktiv, und bei meinem Mietcamper waren Wildschäden nicht versichert. Außerhalb der Orte kann es zudem extrem dunkel werden, ohne jede Straßenbeleuchtung – das würde ich bei der Tagesplanung von Anfang an einkalkulieren.
Auf den langen Strecken Richtung Norden gibt es immer wieder ausgewiesene Rastplätze für Overnight-Stops, teils mit Toiletten oder Dumping-Möglichkeiten. Ich bin nicht mit einem festen Etappenziel losgefahren, sondern habe rechtzeitig vor der Dunkelheit geschaut, wo eine geeignete Übernachtungsmöglichkeit liegt – das hat lange Etappen wie die knapp 1.000 Kilometer zwischen Monkey Mia und Karijini deutlich entspannter gemacht.
Die grobe Route und die Frage, welche Orte mehrere Nächte brauchen, würde ich früh klären – parallel zur Camper-Buchung. Feste Reservierungen für Engpässe wie Coral Bay oder Karijini gehören ebenfalls in diese frühe Phase. Den genauen Tagesplan dagegen würde ich bewusst offenlassen, um auf Wetter oder Erschöpfung reagieren zu können.






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