Australien im Winter: Küste und Outback bei Sonnenschein
Winterreise

Australien in den Sommerferien — lohnt sich das wirklich?

Unsere ehrliche Bilanz nach 6 Wochen zwischen Perth, dem Outback und dem Südpazifik.

6 WochenReisedauer
3 PersonenFamilie
Juni/Juli 2026Reisezeitraum
Perth → SüdpazifikRoute
Ehrlich gefragt

Australien im deutschen Sommer – geht das überhaupt?

Im Januar 2025 war ich mit der AIDA Weltreise in Australien – und habe mich sofort in das Land verliebt. Gleichzeitig war mir klar: Ein weiterer Besuch mit schulpflichtigem Kind in der australischen Hauptreisezeit im Dezember oder Januar lässt sich mit zwei Wochen Ferien kaum umsetzen.

Genau darüber habe ich mich in Perth mit einem Guide unterhalten. Er sah mich ziemlich irritiert an und sagte: „Das ist doch gar kein Problem. Der Winter ist im Norden Australiens super – selbst die Einheimischen machen zu dieser Zeit im Norden Urlaub. Nur der Süden Australiens ist zu dieser Zeit nicht so schön."

Dieser eine Satz hat am Ende unsere komplette Route bestimmt. Denn als wir unsere sechswöchige Australien-Reise für den deutschen Sommer geplant haben, wurde uns eigentlich davon abgeraten. Schließlich ist in Australien dann Winter. Trotzdem haben wir es gemacht – von Perth über die Westküste bis ins Outback, weiter nach Cairns und Sydney und anschließend mit dem Kreuzfahrtschiff Richtung Südpazifik.

Und nach diesen sechs Wochen kann ich eine Sache mit Sicherheit sagen: Die Frage ist eigentlich gar nicht, ob man Australien im deutschen Sommer bereisen sollte. Sondern wo. Mit einem schulpflichtigen Kind sind sechs Wochen am Stück außerhalb der Sommerferien für uns schlicht keine Option gewesen – also haben wir genau das ausprobiert und unsere Route bewusst vom kühleren Süden Richtung tropischem Norden geplant.

Kurz gesagt

Lohnt sich Australien in den deutschen Sommerferien? Ja – wenn die Route zur Jahreszeit passt. Der tropische Norden (Cairns, Great Barrier Reef) hat im Juli Trockenzeit mit angenehmem Klima, die Westküste (Kalbarri, Karijini, Coral Bay) ist mild bis warm. Nur für den Süden Australiens (Melbourne, Tasmanien) ist der europäische Sommer die falsche Reisezeit – dort ist es dann tatsächlich kalt und nass.

Unsere Route im Überblick: Perth → Westküste (17 Tage Camper) → Cairns → Sydney → Kreuzfahrt Südpazifik. Warum genau diese Reihenfolge funktioniert hat, erfahrt ihr unten im Detail. ↓

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Die Route

5 Stationen, 5 Klimazonen

Perth
Perth
wechselhaft
Westküste: Kalbarri, Karijini, Coral Bay
Westküste
mild-warm
Cairns
Cairns
tropisch/trocken
Sydney
Sydney
kühl
Kreuzfahrt Südpazifik
Südpazifik
tropisch werdend
Ankunft

Perth im Juli: Regenjacke statt Badehose

Als wir in Perth ankamen, fühlte sich die Reise tatsächlich erst einmal nach Winter an. Temperaturen um die 17 Grad, Sonne, Regen und Wind – teilweise alles innerhalb weniger Stunden. Die Regenjacke war unser ständiger Begleiter.

Eigentlich wollten wir nach der Camperübernahme zunächst Richtung Busselton und Margaret River fahren. Aber die Wettervorhersage war so schlecht, dass wir unsere Route spontan geändert haben: Statt nach Süden sind wir direkt nach Norden gefahren. Rückblickend war das eine der besten Entscheidungen dieser Reise.

Mein Tipp: Plant den Süden Westaustraliens (Margaret River, Busselton) im Juli eher nicht fest ein – oder baut bewusst Pufferzeit für Wetterumplanungen ein.
Perth im Juli – wechselhaftes Winterwetter
Die Wende

Kalbarri, Karijini & Coral Bay: Hier wurde der Winter zum Vorteil

Schon nach wenigen Tagen änderte sich das Wetter deutlich. Kalbarri, Monkey Mia, Karijini, Coral Bay – plötzlich hatten wir genau das Reisewetter, das ich mir erhofft hatte: Sonne, angenehme Temperaturen, teilweise sogar Tage, an denen es beim Wandern richtig warm wurde.

Gerade im Karijini-Nationalpark war ich froh, nicht im australischen Sommer unterwegs zu sein – selbst jetzt waren die Wanderungen durch die Gorges anstrengend genug. Für diese Route ist der australische Winter keine Notlösung, sondern die logische Reisezeit.

Ein Bonus, mit dem wir gar nicht gerechnet hatten: Vor Coral Bay haben wir bei einer Whale-Watching-Tour unzählige Buckelwale gesehen – und Tage später sogar vom Land aus, am Red Bluff bei Kalbarri. Eine vermeintlich schlechtere Reisezeit kann eben auch Erlebnisse ermöglichen, die man zu einer anderen Jahreszeit gar nicht hätte.

Karijini Nationalpark und Whale Watching bei Coral Bay
Ehrlich bleiben

Kurze Tage, Kängurus & ausgebuchte Campingplätze

Zwei Punkte hatten wir bei der Planung unterschätzt:

1

Die Tage sind deutlich kürzer. Gerade bei einem Roadtrip mit Strecken von mehreren hundert Kilometern wollten wir Fahrten in der Dämmerung vermeiden – nicht zuletzt, weil Kängurus dann besonders aktiv sind und Wildschäden bei unserem Camper ausdrücklich nicht mitversichert waren. Unser Tipp: Tagesetappen konservativer planen und rechtzeitig einen Schlafplatz ansteuern.

2

Winter heißt nicht automatisch Nebensaison. Während unserer Reise waren gleichzeitig australische Schulferien – das haben wir besonders in Coral Bay gemerkt, wo ein gebuchter Campingplatz für unser Motorhome nicht erreichbar war und wir spontan einen Platz im Overflow-Bereich einer komplett ausgebuchten Anlage ergattern mussten.

Mein wichtigster Tipp: Beliebte Orte und Nationalparks würde ich auch im australischen Winter nicht auf gut Glück anfahren. Gerade während der australischen Schulferien lohnt es sich, wichtige Übernachtungen vorher zu reservieren.
Klimawechsel

Plötzlich tropisch: Cairns und das Great Barrier Reef

Nach 17 Tagen Camper haben wir die Westküste verlassen und sind quer über den Kontinent nach Cairns geflogen. Und spätestens dort merkt man, wie wenig es bringt, bei Australien pauschal von „dem" Winter zu sprechen: tropisch, warm, Trockenzeit. Wir waren in Port Douglas, im australischen Bush, mit der historischen Railway in Kuranda und mit der Skyrail über den Regenwald unterwegs – und natürlich auf einem Rundflug über das Great Barrier Reef.

Ein ehrlicher Punkt zum Reef: Die Reisezeit kann noch so gut sein – die Bilder aus dem Internet sollte man nicht eins zu eins als Erwartung mitbringen. Unser Flug war beeindruckend, aber die endlosen, spektakulären Riffstrukturen aus manchen Werbeaufnahmen hatten wir nicht permanent unter uns. Dafür waren die Farbspiele rund um die Inseln wunderschön.

Auch die Trockenzeit hat eine Kehrseite: Die Barron Falls auf dem Weg nach Kuranda führen in der Regenzeit deutlich mehr Wasser als bei unserem Besuch. Man bekommt eben selten alles gleichzeitig.

Great Barrier Reef Rundflug ab Cairns
Weiter Richtung Osten

Winterjacke in Sydney, Weihnachtsmarkt im Juli und Kurs auf Fidschi

Von Cairns ging es weiter nach Sydney – wieder eine völlig andere Klimazone. Hier war Winter tatsächlich wieder Winter, morgens und abends war eine Jacke definitiv angenehm. Mitten in der Stadt standen wir dann überraschend auf einem „Christmas in July"-Weihnachtsmarkt: Weihnachtsbaum, Lichterketten, Weihnachtslieder – mitten im Juli.

Von Sydney aus ging es für uns anschließend noch zwölf Tage mit dem Kreuzfahrtschiff Richtung Südpazifik. Auch hier zeigte sich wieder: die Region macht den Unterschied. Die ersten Tage Richtung Norden waren kühl und windig, je weiter wir Richtung Fidschi kamen, desto tropischer wurde es.

Ein Hinweis dazu: Unser Sommer gilt wegen der Trockenzeit zwar als Hauptreisezeit für die Südsee – garantiertes gutes Wetter ist das aber nicht automatisch. Bei uns ist ein geplanter Stopp wegen zu hohen Wellengangs ausgefallen.
Sydney im Winter und Kreuzfahrt Richtung Südpazifik
Die Antwort

Ja oder nein? Unsere klare Einordnung

Ja, wenn ...
  • ihr die Westküste, das Outback, Cairns, das Great Barrier Reef oder den tropischen Norden erleben wollt
  • ihr lieber bei angenehmen Temperaturen unterwegs seid und keine 40 Grad braucht
  • ihr die sechs Wochen Sommerferien nutzen wollt, um mit schulpflichtigen Kindern eine längere Reise zu machen
Eher nein, wenn ...
  • euer Traumurlaub hauptsächlich aus Melbourne, Tasmanien, dem Süden und klassischen Strandtagen bestehen soll

Und ganz wichtig: Plant nicht einfach Australien und schaut anschließend, welches Wetter ihr bekommt. Schaut euch die Jahreszeit an – und plant danach eure Route.

Was wir im Nachhinein anders machen würden
  • Den Süden (Busselton, Margaret River) bei dieser Route gar nicht mehr fest einplanen
  • Fahrtage stärker nach dem Tageslicht ausrichten
  • Beliebte Campingplätze trotz Winter früher reservieren – vor allem während der australischen Schulferien
Weiterlesen

Die ganze Reise in einzelnen Guides – von Westaustralien bis Singapur

Sechs Wochen lassen sich nicht in einem Artikel erzählen. Nach und nach entstehen deshalb ausführliche Guides zu jedem Reiseabschnitt.

Bianca, kursaufsmeer.de
Bianca · kursaufsmeer.de

Nach sechs Wochen zwischen Perth und dem Südpazifik würde ich Australien im deutschen Sommer jederzeit wieder bereisen – aber nur mit einer Route, die konsequent zur Jahreszeit passt. Für den tropischen Norden, die Westküste und das Great Barrier Reef ist der australische Winter für mich keine Notlösung, sondern die logische Reisezeit.

„Die Frage ist nicht, ob man Australien im deutschen Sommer bereisen sollte – sondern wo."
Reisezeitraum: Juni/Juli 2026 · 6 Wochen · Perth, Westaustralien, Cairns, Sydney, Kreuzfahrt Südpazifik
Häufige Fragen

FAQ zur besten Reisezeit für Australien

Ja, wenn die Route zur Jahreszeit passt. Im tropischen Norden (z. B. Cairns) herrscht dann Trockenzeit mit angenehmen Temperaturen, an der Westküste (Kalbarri, Karijini, Coral Bay) ist das Wetter mild bis warm. Für den Süden Australiens (Melbourne, Tasmanien) ist der europäische Sommer dagegen keine gute Reisezeit, da dort australischer Winter herrscht.

Nicht unbedingt. Während der deutschen Sommerferien sind gleichzeitig australische Schulferien, wodurch beliebte Campingplätze und Nationalparks stark ausgebucht sein können. Eine frühzeitige Reservierung wichtiger Übernachtungen wird empfohlen.

In Perth herrschten im Juli Temperaturen um die 17 Grad mit wechselhaftem Wetter aus Sonne, Regen und Wind. Der Süden Westaustraliens (Margaret River, Busselton) ist im Juli wetterbedingt weniger zuverlässig planbar als die Regionen weiter nördlich.

Ja. Im Juli herrscht in Cairns und am Great Barrier Reef Trockenzeit mit warmem, tropischem Klima – gute Bedingungen für Ausflüge und Rundflüge übers Riff. Wasserfälle im Umland (z. B. die Barron Falls) führen zu dieser Jahreszeit allerdings weniger Wasser als in der Regenzeit.

Die Tage sind kürzer, wodurch Fahrten in der Dämmerung mit erhöhtem Känguru-Risiko vermieden werden sollten – Wildschäden sind bei Camper-Vermietungen häufig nicht mitversichert. Zusätzlich sollten Tagesetappen konservativer geplant und beliebte Stellplätze wegen der australischen Schulferien frühzeitig reserviert werden.

Ja, besonders für Familien mit schulpflichtigen Kindern, die auf die deutschen Sommerferien angewiesen sind. Die Reisezeit eignet sich gut für eine Route durch Westaustralien, den tropischen Norden und den Südpazifik – für einen klassischen Sommerurlaub im Süden Australiens (Melbourne, Tasmanien) ist eine andere Jahreszeit empfehlenswerter.